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21. Jun 2021 | Gesundheits und Berufspolitik

Erstattungsfähigkeit – Welche Verbandmittel bezahlen die Kassen?

Zum Thema Erstattungsfähigkeit für Wundauflagen und andere Produkte zur Wundbehandlung gibt es bereits seit einiger Zeit heiße Diskussionen. Und bei den aktuellsten Regelungen wird schon wieder über Verschiebungen beraten. Hier der aktuelle Stand ...

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Für eine professionelle Wundbehandlung werden professionelle Produkte benötigt. Für die fast drei Millionen Betroffenen in Deutschland, die auf eine Versorgung mit Verbandmitteln angewiesen sind, ist es entscheidend, dass die Kosten für diese Produkte von den Krankenkassen übernommen werden. Dies gilt insbesondere für Menschen mit chronischen Wunden.

Den Versorgungsanspruch regelt das 5. Sozialgesetzbuch:

§ 31 Arznei- und Verbandmittel, Verordnungsermächtigung

(1) Versicherte haben Anspruch auf Versorgung mit apothekenpflichtigen Arzneimitteln [...] und auf Versorgung mit Verbandmitteln, Harn- und Blutteststreifen.

Eine Frage der Definition

Was aber genau ist nun ein Verbandmittel? Erstmals definiert wurde der Begriff 2017 im Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG). Allerdings gab es in der Folge häufig Unstimmigkeiten bei der inhaltlichen Ausgestaltung, sodass zwei Jahre später eine neue Definition im GSAV, dem Gesetz zur Stärkung der Arzneimittelversorgung, erfolgte, die den § 31 des SGB V um Absatz 1a ergänzte. Dort heißt es:

Verbandmittel sind Gegenstände einschließlich Fixiermaterial, deren Hauptwirkung darin besteht, oberflächengeschädigte Körperteile zu bedecken, Körperflüssigkeiten von oberflächengeschädigten Körperteilen aufzusaugen oder beides zu erfüllen. Die Eigenschaft als Verbandmittel entfällt nicht, wenn ein Gegenstand ergänzend weitere Wirkungen entfaltet, die ohne pharmakologische, immunologische oder metabolische Wirkungsweise im menschlichen Körper der Wundheilung dienen, beispielsweise, indem er eine Wunde feucht hält, reinigt, geruchsbindend, antimikrobiell oder metallbeschichtet ist. Erfasst sind auch Gegenstände, die zur individuellen Erstellung von einmaligen Verbänden an Körperteilen, die nicht oberflächengeschädigt sind, gegebenenfalls mehrfach verwendet werden, um Körperteile zu stabilisieren, zu immobilisieren oder zu komprimieren [...].

Zugleich legte das Gesetz fest, dass der Gemeinsame Bundesausschuss, kurz G-BA, den Auftrag habe, bis zum 31. August 2020 festzulegen, was Verbandmittel von sogenannten sonstigen Produkten zur Wundbehandlung unterscheide. Diese sollten zunächst nach dem Willen des Gesetzgebers nur noch bis zum 1.12.2021 erstattungsfähig sein, jetzt wird diese Frist voraussichtlich bis 2023 verlängert.

Weisen Produkte ergänzende Eigenschaften auf, wenn sie zum Beispiel die Wunde feucht halten und damit die Wundheilung unterstützen, gelten sie als Verbandmittel. Abzugrenzen sind aber Produkte, die durch pharmakologische, immunologische und metabolische Wirkweisen aktiven Einfluss auf die Wundheilung nehmen – und nach Ablauf der Übergangsfrist nicht mehr als Verbandmittel gelten:

Mit HARTMANN auf der sicheren Seite

„Alle HARTMANN Produkte zur Wundbehandlung sind mindestens bis zum 1.12.2021, voraussichtlich aber bis 2023 verordnungs- und erstattungsfähig“, sagt Steffi Nawrath, Senior Managerin Regionales Krankenkassenmanagement bei der PAUL HARTMANN AG.

Der allergrößte Teil des HARTMANN Sortiments fällt eindeutig in die aktuelle Verbandmittel-Definition und ist damit auch für die Zukunft uneingeschränkt erstattungsfähig. Welche Produkte dazugehören, zeigen die Infoboxen auf Seite 5 und 6.

Besonders wichtig ist, dass die beiden Präparate der HydroTherapy – HydroClean zur Wundreinigung und Unterstützung der Wundkonditionierung sowie HydroTac für einen schnellen Wundverschluss – erstattungsfähig sind. „Diese Produkte sind eine sehr gute Alternative zu antimikrobiellen Wundversorgungsprodukten, die mit Arzneimitteln beschichtet sind und an oder in der Wunde wirken, aber nach der Übergangsfrist wahrscheinlich nicht mehr erstattungsfähig sein werden“, erklärt Steffi Nawrath.

Ebenso sind und bleiben alle Produkte der Zetuvit-Familie erstattungsfähig, wie z. B. Zetuvit Plus Silicone, die sterile superabsorbierende Wundauflage mit Silikon-Kontaktschicht.

Behandlungskonzepte überprüfen

Zwei Produkte könnten nach der Übergangsfrist aus der Erstattungsfähigkeit fallen. Neben dem amorphen Hydrogel Hydrosorb Gel ist dies Atrauman Ag. „Die bei den Anwendern beliebte silberhaltige Wundschutzkompresse Atrauman Ag ist bis mindestens 1.12.2021, voraussichtlich aber bis 2023 erstattungsfähig“, sagt Steffi Nawrath und ergänzt: „Auf jeden Fall ist jetzt die richtige Zeit, bisher verwendete Behandlungskonzepte zu prüfen und bei Bedarf anzupassen. Das ­HARTMANN Sortiment bietet dafür eine breite Auswahl für die Vielzahl an Indikationen.“

Ausführliche Infos zu allen erstattungsfähigen HARTMANN Produkten gibt es als Download:

https://www.hartmann.info/-/media/wound/doc/erstattungsfaehigkeit-hartmann.pdf

Erstattungsfähige Verbandmittel von HARTMANN

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