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18. Jun 2021 | Gesundheits und Berufspolitik

Professionelle Hilfe vor Ort – Wundnetz Rheinland Pfalz e.V.

Die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden ist immer noch oft unzureichend. Dies gilt insbesondere in ländlichen Regionen, wo Kooperationen wie das Wundnetz Rheinland-Pfalz wertvolle Dienste leisten.

Es begann wie so oft mit einer Studie. Vor über acht Jahren sollte untersucht werden, wie die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden verbessert werden könne. Mit dabei war damals in der Stabsstelle Pflegemanagement der Uniklinik Mainz auch Elke Butzen-Wagner, Lehrerin für Pflegeberufe, Pflegetherapeutin Wunde ICW und Netzwerkmoderatorin.

„Aus den Ergebnissen der Studie entstand 2016 die Idee, einen Verein zu gründen, um die verschiedenen beteiligten Gruppen zusammenzuführen“, erinnert sich Elke Butzen-Wagner an die Geburtsstunde des Wundnetzes Rheinland-Pfalz. Fünf Schlagworte schrieben sich die Initiatoren damals auf die Fahnen: „Vernetzen durch fortbilden, behandeln, verhandeln, forschen.“

Anfangs kam der Vernetzungsgedanke mit den genannten Zielen aber nicht so Recht in Gang, räumt Elke Butzen-Wagner ein, die heute die 1. Vorsitzende des Vereins ist. „Wir hatten den Fokus wohl zu sehr auf Mainz ausgerichtet und die Ärzte hatten gewisse Berührungsängste.“

Erst mit einer neuen VeMaWu-Studie 2018 und der Begleitung durch mamedicon, ein Beratungsunternehmen für medizinische Netzwerke, bekam das Vorhaben neuen Schub. Entscheidend war, dass das Wundnetz jetzt in die Fläche ging und Sektionen in den einzelnen Regionen von Rheinland-Pfalz aufbaute. „Wir als Vorstand bilden quasi den Dachverband und unterstützen z. B. bei Fortbildungen. Die operative Arbeit liegt bei den Sektionsleitern und ihren Mitstreitern vor Ort. Sie kennen die Gegend und schaffen damit lokale Netzwerke“, erläutert Elke Butzen-Wagner.

Interdisziplinärer Austausch als Basis

Jede Sektion trifft sich viermal im Jahr und dabei sind alle Berufsgruppen mit im Boot – von der stationären und ambulanten Pflege über Podologen, Home-Care-Unternehmen, Apotheken und Sanitätshäuser bis hin zu Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. Dann finden Schulungen mit internen und externen Referenten statt, die Mitglieder berichten über ihre Erfahrungen und in Fallkonferenzen wird über die bestmögliche Therapie in konkreten Fällen diskutiert.

Von diesen Fällen gibt es genug, wie Elke Butzen-Wagner berichtet: „Wir erhalten jede Woche rund zehn Anrufe von Patientinnen und Patienten oder Angehörigen, die wir an die richtigen Ansprechpartner weiterleiten. Und die Therapie und die Versorgung laufen dann anschließend fast immer super“, ergänzt sie nicht ohne Stolz.

 

Für Elke Butzen-Wagner bilden die vierteljährlichen Treffen der Sektionen des Wundnetzes Rheinland-Pfalz das Grundgerüst der Arbeit des Netzwerkes und bieten Raum für einen intensiven Austausch.

Corona ist aktuell natürlich auch für das Wundnetz ein Thema. „Solch ein Netzwerk lebt durch den persönlichen Austausch, den wir durch Onlinesitzungen aufrechterhalten“, sagt Elke Butzen-Wagner. Zugleich ergeben sich aber neue Ansätze, wie Live-Sitzungen mit Patienten oder das Konzept für ein virtuelles Versorgungszentrum. „Gerade in den ländlichen Gebieten wie in der Eifel könnte so etwas den Patienten wirklich helfen“, meint Elke Butzen-Wagner und schmiedet mit ihrem Wundnetz schon neue Pläne.

Die rund 50 Mitglieder des Wundnetzes Rheinland-Pfalz e. V. sind in sechs Sektionen organisiert:  Eifel-Mosel-Hunsrück, Kaiserslautern, Mainz, Rhein / Lahn, Südliche Weinstraße und Wundnetz Mosel.

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